Verwendung von Wärmebildgeräten und Nachtsichtgeräten bei der Jagd

1. Wärmebildgeräte

1.1. Eigenschaften von hochwertigen Wärmebildgeräten

  • - Wandeln Wärmestrahlung in ein Bild um (Unterschiede von 0,5 ° sind sichtbar)
  • - Körperwärme von Lebewesen hebt sich deutlich von der umgebenden Landschaft ab
  • - Man kann es auch tagsüber benutzen
  • - Man benötigt keine zusätzlichen Infrarot-Aufheller
  • - Nachteil:  Detailerkennung schlechter durch niedrigere Sensorauflösung
  • - Bei hohen Temperaturen im Sommer sehen Feldsteine oder Baumstubben auch  wie Wild aus

1.2. Daraus sich ergebende Möglichkeiten für die jagdlichen Nutzung:

1.2.1.  Als Beobachtungsgerät

  • - Man kann Wild sehr schnell und auch auf große Distanzen erkennen. 500 m sind kein Problem, die Hersteller sprechen von 1800 m Erkennungsreichweite für Menschen und Rotwild.
  • - Erkennen von Schwarzwild auf Feldern auf große Entfernungen mit der Möglichkeit des Anlaufens
  • - Erkennen von anwechselndem Wild schon im Wald oder im Getreide , sobald ein Stück vom Wildkörper sichtbar ist
  • - Auffinden von erlegtem Wild (es muss ein Stück Decke oder Schwarte sichtbar sein)
  • - Funktioniert auch bei leichtem Nebel noch gut
  • - Nachteil: Gehörne und Geweihe sind meist nicht ansprechbar

Hier ein Foto zur Bildqualität einer Pulsar Helion XP50:

Sauen mit Pulsar Helopn XP 50

Video zur Bildqualität der Pulsar Helion XP50: Sauen in ca. 40 m Entferung.

1.2.2.  Als Vorsatzgerät

  • - Man sollte nur Geräte mit einer möglichst hohen Sensorauflösung verwenden um mehr Details zu sehen und somit sicher ansprechen zu können. Diese Geräte sind aber relativ teuer. Z.B.  das Nitehog Caiman mit einer Sensorauflösung von 640 x 512 Pixel kostet 6.899,- €.
  • - Dafür sieht man, ob das Stück im Feuer liegt oder wohin es flüchtet und wie sich die anderen Stücke in der Rotte verhalten
  • - Ein Nachteil: Hindernisse vor dem Wildkörper, wie Zweige und dünne Äste sind oft nicht erkennbar.

2. Nachtsichtgeräte

2.1. Eigenschaften von hochwertigen Nachtsichtgeräten

  • - Verstärken das vorhandene Restlicht (bis zu 50.000-fach)
  • - Bei zu wenig Restlicht (Neumond) kann man durch IR-Strahler trotzdem ein sehr  gutes Bild erzeugen
  • - Moderne IR-Strahler kommen auf ca. 300 m Reichweite und sind durch Ihre Wellenlänge für das Wild unsichtbar
  • - Nachtsichtgeräte liefern eine hohe Auflösung mit hoher Bildschärfe und einer guten Detailerkennung
  • - Ausgereifte Technik, robust und langlebig (bis 15.000 Betriebsstunden)
  • - Die Röhre darf allerdings keinem Tageslicht ausgesetzt werden

2.2. Daraus sich ergebende Möglichkeiten für die jagdlichen Nutzung

2.2.1.  Als Beobachtungsgerät

  • Auf Schussentfernung ist es gut geeignet. Zum schnellen Erfassen und auf größere Entfernungen ist ein Wärmebildgerät allerdings deutlich besser.

2.2.2.  Als Vorsatzgerät

  • - Auf Entfernungen bis 100 m erhält man ein scharfes und detailreiches Bild und kann Wild gut ansprechen
  • - Hindernisse sind gut zu erkennen.
  • - Nachteil: Bei Schneefall, Regen und Nebel nur eingeschränkt einsetzbarbar

Hier ein Video zur Leistungsfähigkeit einer Systemlösungen, wie Sie in Osteuropa verwendet wird:

3. Zusammenfassung: Vorteile der Nachtsichttechnik bei der Jagd auf Sauen:

  • - Der Jäger ist unabhängig vom Mond oder Schnee und kann z.B. bei Wildschäden schnell reagieren
  • - sicheres Ansprechen z.B. Erkennen von Frischlingen - Fehlabschuss von Bachen kann effektiv verhindert werden
  • - präzise Schüsse mit deutlich weniger Nachsuchen – das ist tierschutzgerechter als das Schießen auf einen schwarzen Klumpen
  • - Sicherheit:Landwirtschaftliche Nutztiere oder auch Menschen können eindeutig erkannt werden und Hintergrundgefährdungen werden minimiert